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Grundausbildung

Die vierjährige Grundausbildung befähigt zu den für den Steinbildhauer notwendigen Techniken und leistet durch ihre solide handwerkliche Grundlage und Förderung von künstlerischen Fähigkeiten einen wesentlichen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung. Das Entwickeln der künstlerischen Fähigkeit in der dreidimensionalen Gestaltung nimmt einen grossen Raum ein und wird ergänzt durch das klassische Naturstudium im figürlichen Arbeiten und durch das Erforschen der wesentlichen Kompositionsgesetzte im Erarbeiten von abstrakten Skulpturen. Durch den theoretischen Unterricht werden die Grundkentnisse der Kunst- und Kulturgeschichte vermittelt sowie Einblick in verschiedene Werke der Aesthetik gewährt. Nach bestandener theoretischen Prüfung und einer praktischen Abschlussarbeit schliesst der Schüler mit dem GBM-Diplom ab.


Informationen:

Die Grundausbildung umfasst 8 Semester zu je 20 Wochen à 40 Lektionen.

Anforderungen: In die Grundausbildung können künstlerisch interessierte junge Menschen aus dem In– und Ausland aufgenommen werden. Vorausgesetzt wird die Freude am plastischen Gestalten, handwerkliches Geschick, sowie eine gute Auffassungsgabe. Die meisten Neueintretenden sind Schulabgänger.

Aufnahme: Nach einer schriftlichen Bewerbung mit Lebenslauf werden die Interessenten zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Darauf folgt eine Schnupperwoche an der Schule mit  anschliessendem  Aufnahmegespräch. (Kostenbeitrag für die Schnupperwoche: Fr. 100.-)

Eintritt: Schulbeginn ist jeweils im August.

Klassengrösse: Mit einer maximalen Klassengrösse von 12 Studenten in der Grundausbildung kann der Unterricht mit einem hohen Niveau vermittelt werden.

Schulgeld: Das Schulgeld beträgt Fr. 6'800.- pro Semester. 

Stipendien: Die Grundausbildung wird von den Stipendienämtern anerkannt. Es können auch Gesuche an private Stiftungen gestellt werden.
Werke: Alle ausgeführten Arbeiten sind Eigentum der Studenten.

Abschluss: GBM - Diplom und eidg. Fähigkeitszeugnis Nach der absolvierten vierjährigen Ausbildungszeit an der Bildhauerschule Müllheim; nach der bestandenen praktischen Abschlussarbeit und der theoretischen Prüfung (Kunstgeschichte u. Aesthetik), wird dem Schüler das GBM - Diplom der Bildhauerschule ausgestellt. Nach einem Jahr Berufstätigkeit oder Weiterbildung im Bereich Steinbildhauerei kann das eidg. Fähigkeitszeugnis erworben werden (Zulassung zur Prüfung für das eidg. Fähigkeitszeugnis).  


Lehrgang:

Fächer: Der Unterricht gliedert sich in drei Hauptfächer: Handwerk, Gestalten und Theorie.  

Handwerk: Das klassische Steinhauen; Flächen, Relief, Gefässe, Brunnen, Ornamente, usw., bis zur lebensgrossen Skulptur, Übertragungstechniken, Abgusstechniken/Arbeiten im Gips, Schmieden eigener Werkzeuge.

Gestalten: Entwurf, plastisches Gestalten und modellieren mit Ton, plastisches und perspektivisches Zeichnen, Aktzeichnen und -modellieren, Porträtieren, Natur- und kunsthistorische Studien.

Theorie: Kunstgeschichte, Mythologie und Ästhetik, Kompositionslehre, Allgemeinbildung und Philosophie. Z.B die Geschichte der Kunst von E.G.Gombrich, F. Schillers ästhetische Briefe, die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik von F. Nietzsche, Dantes göttliche Kommödie, Werke von C.G. Carus, die Künstleranatomie von G. Bammes, usw..

Unterrichtsstruktur: Die Arbeit an eigenen Objekten und Projekten – dem Ausbildungsstand entsprechend – bildet in der Grundausbildung den Schwerpunkt (im Stundenplan mit „Atelier/Werkstatt“ bezeichnet). Die Unterrichtswoche endet jeweils am Freitag mit den theoretischen Fächern am Morgen und blockweise Zeichnen am Nachmittag. Verteilt über das Schuljahr finden anhand des aktuellen Semesterplanes folgende Blockkurse statt: Portrait- und Aktmodellieren (verbunden mit Physiognomie und Anatomie), Modellieren (verbunden mit Gestaltungslehre), plastisches Zeichnen, Schrift und Symbol, Museumsausflüge und einer Studienreise. Ausstellungen für die Schüler werden mindestens einmal während der Ausbildungszeit organisiert.